NRW hält zusammen

“An Ausbildungsstellen mangelt es nicht!”

Die Probezeit für das 1. Ausbildungsjahr ist vorbei - und das Handwerk in den Kreisen Soest und Unna sowie in der Stadt Hamm zieht Bilanz: Die Ausbildungs-Statistik 2019 zeigt sich insgesamt gesehen sehr positiv. Kreishandwerksmeister Christoph Knepper und Detlef Schönberger (Hauptgeschäfstführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe): „Im Ganzen können wir eine Steigerung um 3,2 Prozent bei den Ausbildungs-Einsteigern im Handwerk vermelden. Das heißt: 1.148 junge Männer und Frauen starteten im ersten Lehrjahr ihre Ausbildung im Handwerk. Damit erlernen aktuell 3.287 junge Menschen derzeit ein Handwerk in den Innungsbezirken der Region – auch das eine Steigerung um 2,5 Prozent. Uns freut dabei besonders, dass wir nun schon im fünften Jahr in Folge wachsende Zahlen bei den Neuzugängen haben“.

Im Kreis Soest wurden exakt 500 (458 im Vorjahr) neue Lehrverhältnisse geschlossen, und in Hamm stieg die Zahl um 7,7 Prozent auf jetzt 291. Allein im Kreis Unna musste ein Rückgang von 384 neu abgeschlossenen Verträgen auf jetzt 357 Beginner vermeldet werden.

„Insgesamt aber haben die engagierten Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung vor Ort in enger Kooperation mit den Partnern Agentur für Arbeit, Berufskollegs, Jobcenter, Kommunale Koordinierungsstelle und Wirtschaftsförderungen sowie die herausragende Kampagne „Traumberufe im Handwerk“ mit der lokalen Presse ihre Wirkung gezeigt,“ so Schönberger weiter. „Die Anzahl der Ausbildungsverträge hätte aber deutlich zweistellig sein können, wenn sich noch mehr Jugendliche für eine Ausbildung mit langfristig glänzenden Perspektiven im Handwerk entschieden hätten. Denn an Ausbildungsstellen mangelt es nicht. Ganz im Gegenteil: Der Bedarf der Betriebe ist so groß, dass noch viele Ausbildungsverträge hätten geschlossen werden können.“

Für engagierte Jugendliche aller Schulformen gibt es in Handwerksbetrieben sehr oft kleine Teams mit verlässlichen, fachkompetenten und sympathischen Menschen, die ihr Handwerk sowie die Gemeinschaft leidenschaftlich leben. Kreishandwerksmeister Knepper: „Wer über Praktika das zu ihm passende Handwerkerteam findet, wird in ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben starten. Erfüllung deshalb, weil individuelle handwerkliche Produkte gefertigt und Dienstleistungen erbracht werden, die jeder sehen kann und die die Menschen vor Ort dringend brauchen. Schon heute sind gute HandwerkerInnen von sehr hohem gesellschaftlichem Wert mit enormen Zukunftschancen.“
Auch aktuell können Jugendliche noch einen passenden Ausbildungsplatz im Handwerk finden. Allein im regionalen Ausbildungsportal der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe (über die Internetseite „www.kh-hl.de“ zu erreichen) sind derzeit 115 freie Ausbildungs- und Praktikantenstellen in den Kreisen Soest und Unna sowie der Stadt Hamm direkt zu vergeben. Information und persönliche Vermittlung über die Berufsberater der Agentur für Arbeit oder den Ausbildungs-Coach der Kreishandwerkerschaft Dietmar Stemann, Tel.: 0173 5284269, E-Mail: stemann@kh-hl.de.

Mit einer Ausbildung im Handwerk stehen alle Zukunfts-und Entwicklungschancen offen: Vom Gesellenbrief über breitgefächerte Fach-Weiterbildungen, die Meisterprüfung und die anschließende Möglichkeit zum Studium -auch ohne Abitur!- bis hin zum Schritt in die eigene, unternehmerische Selbständigkeit ist im Handwerk alles möglich. Angesichts der boomenden Konjunktur im Handwerk betonte auch Gast Oliver Schmale (Arbeitsagentur Meschede-Soest, Vorsitzender der Geschäftsführung) beim Termin: „Wer heute eine handwerkliche Ausbildung beginnt und dabeibleibt, für den oder die wird „Arbeitslosigkeit“ ein Fremdwort sein!“

Als Gastgeber der drei Gesprächsrunden in Hamm, Werne (für den Kreis Unna) und Ense (für den Kreis Soest) zur handwerklichen Ausbildung betonten Raumausstatter-Meister Clemens Köhler (Creative Wohngestaltung, Ense), Geschäftsführer Alexander Böcker (Böcker Maschinenwerke, Werne) und Julius Franken (Geschäftsführer von VW Franken, Hamm) unisono: „Wir brauchen heute und morgen immer mehr junge Menschen, die ihre Chance im Handwerk erkennen und nutzen.“ Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich jedoch stark verändert: Viele Eltern empfehlen ihren Kindern, lieber in Richtung auf das Abitur und das anschließende Studium zu gehen. Viele Zukunfts-Chancen -die das Handwerk heute bietet- seien bei Eltern, Lehrern und vor allem Jugendlichen nach wie vor kaum bekannt. Im Einzelfall müsse jeder Handwerksbetrieb für sich die potenziellen Nachwuchskräfte überzeugen und gewinnen, denn so individuell wie die Jugendlichen seien auch die Betriebe und ihre Teams.